Sind wir etwa zu pünktlich?
Mit dem Fahrplan geben die VZO immer ein Versprechen ab: ihn pünktlich einzuhalten. Begreiflich darum, dass Fahrgäste im Zürcher Oberland oder am rechten Zürichseeufer genervt reagieren, wenn der Bus einmal Verspätung hat.
Anderswo geht man damit viel gelassener um. Und nicht überall auf der Welt glaubt man an Pünktlichkeit.
In Indien etwa begreift man Zeit in einem viel grösseren Rahmen. Es geht nicht um Sekunden, Minuten und Stunden wie bei uns in der Schweiz. Es geht eher um den Fluss des Lebens. Die meisten Inder sind Hindus und glauben an die Wiedergeburt. Und dass das Leben nicht endlich ist, sondern ein Kreislauf. Damit relativieren sie den Zeitbegriff. Sie denken, dass alles zu seiner eigenen Zeit passiert. Das ist tief in ihnen verankert. Die Zeit ist nicht wichtiger als das Leben selbst. So denken sie von Kindheit an. Ihre Eltern erziehen sie nicht zur Pünktlichkeit. Sondern so mit der Zeit umzugehen, dass das Leben nicht in Stress ausartet.
Sollten wir auch ein wenig unpünktlicher werden?